Herr Khol bringt mich zum Staunen

Heute habe ich beim Einkauf das biber mitgenommen. Ich mag diese Zeitschrift – sie bringt mir eine Welt näher, die mir sonst fremd ist, ermöglicht mir einen Einblick in die Jugendkultur und ist gut geschrieben. Einer meiner Lieblingskategorien „Interview in Zahlen“. Diesmal mit Bundespräsidentschaftskandidat Andreas Khol, ÖVP. Die ÖVP ist konservativ und unterstützt vorrangig die Interessen der Wirtschaftstreibenden – weniger die der kleinen Hungerleider, die mühsam ihre Körndln zampicken, sondern eher die der Industrie und Konzerne. Und was lese ich da? Einmal, zweimal, dreimal, weil ich es nicht glauben kann?

Wie viel sollte ein Arbeitnehmer für einen 40 Stunden Job mindestens netto im Monat verdienen?

Antwort Andreas Khol: 2400.

In Worten: Zweitausendvierhundert. Wo waren Sie Herr Khol, als Ihre Partei sogar 1000 Euro brutto als nicht umsetzbar, zu teuer, ablehnte? Der Wirtschaftsstandort Österreich…. Arbeitnehmer zu teuer.  Ja, ist dann das Argument, weil Arbeit zu hoch besteuert sei. Die andere Möglichkeit, Kapital in die Pflicht zu nehmen, löst aber umgehend Drohungen seitens der Konzerne aus, dass dann das Unternehmen leider abwandern müsse….Und nun? Von irgendwoher muss das Geld wohl kommen, für Schulen, Krankenhäuser, Straßen, U-Bahnen, Universitäten, Forschung…Herr Khol haben Sie das finanzielle Perpetuuum Mobile gefunden?
Ich muss scharf nachdenken, dass mir überhaupt jemand einfällt, der/die das netto verdient. Die meisten bekommen 2400 Euro nicht einmal brutto, trotz Fachausbildung.

Ist es nicht auch eher das konservative Eck, dass Mindestsicherungen kürzen will? Die liegt für ganze Familien übrigens weit unter 2400 Euro. Herr Khol, bitte teilen Sie ihren Vorschlag umgehend allen Arbeitgebern des Landes, ihrer Partei, der WKO und auch dem EU-Parlament mit! Dann finde ich meinen Glauben glatt wieder und zünde in der Kirche ein Kerzerl an!

 

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